10. Juli 2023

Lara Rieken singt Lieder starker Komponistinnen

Borken. Für die Velenerin Lara Rieken (Sopran) war der Auftritt im Forum Altes Rathaus Borken (Farb) fast ein Heimspiel. Für den gebürtigen Baseler Hedayet Djeddikar (Piano) war es eine weitere Möglichkeit, Kompositionen von Frauen zu interpretieren. „Blühen! Lieder von Komponistinnen“ hatte das Duo sein Konzert überschrieben, das passend zur Farb-Ausstellung „Everything we See“ mit Werken von Künstlerinnen am Samstag zu hören war.

Caecilia Göken, ebenfalls aus Velen, hatte die Ausstellung konzipiert und stellte selbst mit aus. Sie hielt sich im Publikum zurück, freute sich über das gelungene Konzert.

„Ich freue mich unheimlich, hier zu sein und so viele bekannte Gesichter zu sehen“, leitete Rieken ein. Sechs Lieder von Clara Schumann (1819-1896) öffneten die Sinne für die Musik der Romantik. „Clara Schumann schrieb diese Lieder zur Hochzeit mit Robert Schumann. Die beiden haben sich ihre Eheschließung vor Gericht erstritten“, schickte Rieken voraus. Das Duo interpretierte diese Lieder, in denen sich alles um Liebe und Gefühle drehte, mit einer derartigen Intensität, so dass das Zuhören bereits zum Träumen verführte.

Aus einer begleitenden Rolle als Pianist schlüpfte Djeddikar, der seit langem an der Wiederentdeckung der Werke von Komponistinnen arbeitete, bei Liedern der amerikanischen Komponistin Amy Beach (1867-1944) und später bei Werken der Französin Cécile Chaminade (1857-1944). Beide Frauen begannen ihre Karriere als musikalische Wunderkinder. Beach heiratete 1885 einen 25 Jahre älteren Arzt, der ihre Karriere ausbremste. Sie durfte nur einmal pro Jahr auftreten und musste ihr Honorar wohltätigen Zwecken spenden. Chaminade hatte es da leichter. Trotz einer Ehe konnte sie ihre Karriere ungestört fortsetzen.

Voller Energie waren die Lieder von Beach. Auch hier drehte sich alles um die Liebe. Nicht umsonst war ein Rauschen und Brausen im lebhaften Klavierspiel beabsichtigt, während Riekens Stimme für diesen Raum schon fast zu mächtig war. Ihr wundervoller Sopran reichte mühelos über mehrere Oktaven und überzeugte durch den vollen, expressiven Klang. Auch die Lieder von Chaminade drehten sich um die Liebe.

Dazwischen interpretierte das Duo noch Lieder von Fanny Hensel Mendelssohn (1805-1847). Nach ihrem frühen Tod publizierte ihr Bruder Felix ihre Werke, teilweise unter seinem Namen. Auch das konnte die Forschung in den letzten Jahren richtig stellen.

Nach dem bewegten Beifall schlüpfte Rieken noch in die Rolle der Kunigunde aus der Operette „Candide“ von Leonard Bernstein. „Auch die Kunigunde war eine starke Frau“, ergänzte Rieken.

Foto: Meisel-Kemper

Lara Rieken und Hedayet Djeddikar gaben am Samstag ein Konzert im Farb. Sie interpretierten Lieder von Komponistinnen.

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